Drehmoment (M)
1. Was ist Drehmoment?
Das Drehmoment ist eine physikalische Größe, die angibt, mit welcher Kraft eine Drehbewegung ausgeführt wird. Es beschreibt also nicht die Geschwindigkeit der Drehung, sondern die Kraftwirkung an einer rotierenden Welle. Das Drehmoment wird in Newtonmeter (Nm) gemessen.
Physikalisch wird das Drehmoment als das Produkt aus Kraft und Hebelarm definiert. Die Einheit des Drehmoments im SI-System ist Newtonmeter (Nm). Newton mal Meter ergibt die Einheit Newtonmeter und damit die Einheit für das Drehmoment. Der Ausdruck 1Nm beschreibt damit ein Drehmoment, auf das eine Kraft von 1N bei einer Hebellänge von 1m wirkt. Je größer das Drehmoment, desto stärker ist die Drehwirkung. Bei Elektromotoren und Anlassern bestimmt das Drehmoment, wie schnell und kraftvoll sie anlaufen können.
In der Fahrzeugtechnik ist das Drehmoment besonders wichtig für Anlasser, Elektromotoren und Verbrennungsmotoren.
2. Warum ist Drehmoment im Fahrzeug so wichtig?
Ohne ausreichendes Drehmoment kann ein Motor keine Last bewegen. Besonders kritisch ist dies beim Startvorgang:
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Der Motor steht still
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Hohe Kompression muss überwunden werden
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Reibungskräfte wirken entgegen
Der Anlasser muss in sehr kurzer Zeit ein sehr hohes Drehmoment erzeugen, um den Motor in Bewegung zu setzen.
3. Drehmoment vs. Leistung – der Unterschied
Drehmoment und Leistung werden häufig verwechselt, beschreiben aber unterschiedliche Dinge:
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Drehmoment: Kraft der Drehbewegung
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Leistung: Arbeit pro Zeit
Der Zusammenhang lautet vereinfacht:
Leistung = Drehmoment × Drehzahl
Ein Anlasser hat ein sehr hohes Drehmoment bei vergleichsweise niedriger Drehzahl, während Elektromotoren im Dauerbetrieb oft mit höherer Drehzahl arbeiten.
4. Drehmoment beim Anlasser
Der Anlasser ist speziell darauf ausgelegt, kurzfristig ein extrem hohes Drehmoment zu liefern. Dieses Drehmoment wird benötigt, um:
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den Motor gegen die Kompression zu drehen
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kaltes Motoröl zu überwinden
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mechanische Widerstände zu kompensieren
Je größer der Motor (z. B. Diesel), desto höher muss das erforderliche Drehmoment sein.
5. Wie erzeugt ein Elektromotor Drehmoment?
In Elektromotoren entsteht Drehmoment durch das Zusammenwirken von:
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elektrischem Strom
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magnetischem Feld
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mechanischer Konstruktion
Der fließende Strom erzeugt ein Magnetfeld, das auf den Rotor oder Anker wirkt und eine Drehbewegung erzeugt. Je höher der Strom, desto größer das erzeugte Drehmoment. Das Drehmoment beeinflusst die Beschleunigung und die Fähigkeit, Lasten zu bewegen. Motoren mit hohem Drehmoment sind ideal für Anwendungen, die schnelle Beschleunigung oder das Heben schwerer Lasten erfordern.
6. Drehmoment und Stromstärke
Im Fahrzeug ist das Drehmoment eng mit der Stromstärke verknüpft:
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hohes Drehmoment → hohe Stromaufnahme
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niedrige Bordspannung → sehr hohe Ströme nötig
Deshalb ziehen Anlasser beim Startvorgang mehrere hundert Ampere aus der Batterie.
7. Drehmoment in Gleichstrommotoren
Gleichstrommotoren zeichnen sich durch ein hohes Anlaufdrehmoment aus. Das macht sie ideal für Anwendungen wie:
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Anlasser
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Stellmotoren
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Winden
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Pumpen
Bereits bei niedriger Drehzahl steht ein hohes Drehmoment zur Verfügung.
8. Drehmoment und Getriebeübersetzung
Das Drehmoment des Anlassers wird über das Ritzel und den Zahnkranz der Schwungscheibe übertragen. Durch die Übersetzung wird:
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das Drehmoment erhöht
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die Drehzahl reduziert
So kann ein relativ kompakter Anlasser den Motor zuverlässig starten.
9. Zu geringes Drehmoment – mögliche Ursachen
Wenn das Drehmoment nicht ausreicht, kommt es zu Startproblemen. Mögliche Ursachen sind:
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schwache Batterie
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verschlissene Kohlebürsten
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defekter Anker
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mechanische Schäden
Das Symptom ist oft ein langsames Durchdrehen oder gar Stillstand des Anlassers.
10. Drehmoment bei Elektromotoren im Fahrzeug
Neben dem Anlasser spielt das Drehmoment auch bei anderen Elektromotoren eine Rolle, z. B.:
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Lüftermotoren
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Pumpen
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Fensterheber
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Stellmotoren
Je nach Anwendung ist entweder hohes Drehmoment oder hohe Drehzahl entscheidend.
11. Drehmoment und Ersatzteile
Beim Ersatz von Anlassern oder Elektromotoren muss das Drehmoment den Herstellervorgaben entsprechen. Ein zu schwaches Ersatzteil kann:
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den Motor nicht starten
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überlastet werden
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frühzeitig ausfallen
Das Drehmoment ist daher ein wichtiges Auswahlkriterium, auch wenn es nicht immer explizit angegeben wird.
Motoren mit hohem Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen sind oft für industrielle Anwendungen und Fahrzeugantriebe geeignet, während Hochgeschwindigkeitsmotoren mit geringerem Drehmoment in anderen Bereichen Vorteile bieten.
12. Drehmoment im Diagnose- und Werkstattalltag
Werkstätten beurteilen das Drehmoment meist indirekt über:
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Startverhalten
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Stromaufnahme
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Drehzahl des Anlassers
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Spannungsverlauf
So lassen sich mechanische und elektrische Probleme eingrenzen.
13. Typische Missverständnisse zum Drehmoment
Häufige Irrtümer sind:
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mehr Leistung bedeutet automatisch mehr Drehmoment
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Drehmoment ist nur bei Verbrennungsmotoren relevant
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Drehmoment ist gleich Drehzahl
In Wirklichkeit sind Drehmoment und Drehzahl unterschiedliche, aber eng verknüpfte Größen.
14. FAQ – Häufige Fragen zum Drehmoment
Warum ist das Drehmoment beim Start so wichtig?
Weil der Motor aus dem Stillstand gegen hohe Widerstände gedreht werden muss.
Kann zu viel Drehmoment schädlich sein?
Ja, es kann zu mechanischer Überlastung führen.
Ist hohes Drehmoment nur beim Anlasser relevant?
Nein, auch viele Elektromotoren benötigen es.
15. Fazit
Das Drehmoment ist eine der wichtigsten Kenngrößen für Anlasser und Elektromotoren. Es beschreibt die Kraft der Drehbewegung und ist entscheidend für einen zuverlässigen Start und den Betrieb elektrischer Aggregate.




