Die verschiedenen Arten von Anlassern: Bauarten, Unterschiede und Einsatzgebiete einfach erklärt
Der Anlasser gehört zu den wichtigsten Bauteilen eines Fahrzeugs. Erst durch ihn wird der Verbrennungsmotor beim Starten auf die notwendige Drehzahl gebracht, damit der Motor selbstständig laufen kann. Obwohl nahezu jedes Fahrzeug einen Anlasser besitzt, unterscheiden sich die verbauten Starter teilweise erheblich in ihrer Bauweise, Leistung und Technik.
Wer einen defekten Anlasser ersetzen möchte, stößt schnell auf Begriffe wie Getriebeanlasser, Vorgelegeanlasser, Permanentmagnet oder Direktanlasser. Gleichzeitig sehen viele Anlasser äußerlich ähnlich aus, sind aber technisch keineswegs austauschbar. Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Bauarten verständlich und zeigt, worin die Unterschiede bestehen.
Nicht jeder Anlasser passt automatisch zu jedem Motor. Selbst innerhalb einer Fahrzeugbaureihe können je nach Baujahr, Motorisierung oder Ausstattung unterschiedliche Starter verbaut sein. Vergleichen Sie deshalb vor dem Kauf immer die Referenznummer sowie die technischen Daten Ihres bisherigen Anlassers.
Welche Aufgabe hat ein Anlasser?
Ein Verbrennungsmotor kann nicht selbstständig aus dem Stillstand anlaufen. Beim Startvorgang muss die Kurbelwelle zunächst auf eine ausreichende Drehzahl beschleunigt werden. Erst dann entstehen genügend Verdichtung und Verbrennung, damit der Motor eigenständig weiterläuft.
Diese Aufgabe übernimmt der Anlasser. Nach dem Drehen des Zündschlüssels oder dem Betätigen des Startknopfes schiebt der Magnetschalter das Ritzel des Anlassers in den Zahnkranz des Schwungrades. Gleichzeitig wird der Elektromotor mit Strom versorgt. Das Ritzel dreht den Motor so lange durch, bis dieser selbstständig läuft. Anschließend trennt sich der Anlasser wieder automatisch vom Motor.
Aufbau eines klassischen Direktanlassers mit Magnetschalter, Anker, Feldwicklung, Kohlebürsten und Ritzel.
Obwohl dieser Ablauf bei nahezu allen Anlassern gleich ist, unterscheiden sich die technischen Lösungen erheblich.
Die Entwicklung des Anlassers
Die ersten Automobile mussten noch von Hand mit einer Anlasskurbel gestartet werden. Das war nicht nur mühsam, sondern konnte auch gefährlich sein. Kam es zu einer Fehlzündung, konnte die Kurbel mit großer Kraft zurückschlagen und schwere Verletzungen verursachen.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte sich deshalb der elektrische Anlasser zunehmend durch. Einer der ersten in Großserie eingesetzten elektrischen Anlasser wurde 1912 im Cadillac eingeführt und trug wesentlich dazu bei, das Automobil komfortabler und sicherer zu machen.
Seitdem wurde die Technik kontinuierlich weiterentwickelt. Moderne Anlasser sind deutlich kleiner, leichter und leistungsfähiger als ihre Vorgänger. Gleichzeitig ermöglichen Startergeneratoren heute zusätzliche Funktionen wie Start-Stopp-Systeme oder die Rekuperation elektrischer Energie.
Warum gibt es verschiedene Arten von Anlassern?
Nicht jeder Motor stellt die gleichen Anforderungen an seinen Anlasser. Ein kleiner Benzinmotor benötigt deutlich weniger Startleistung als ein großvolumiger Dieselmotor eines Traktors, Lastwagens oder einer Baumaschine. Hinzu kommen Unterschiede beim verfügbaren Bauraum, der Bordnetzspannung und den Einsatzbedingungen.
Zu den wichtigsten Einflussfaktoren gehören:
- Hubraum des Motors
- Verdichtungsverhältnis
- Benzin oder Dieselmotor
- 12-Volt- oder 24-Volt-Bordnetz
- Platzverhältnisse am Motor
- Einsatz bei hohen oder niedrigen Temperaturen
- Startzyklen und Beanspruchung
Aus diesen Gründen haben sich im Laufe der Jahrzehnte unterschiedliche Bauarten entwickelt.
Nach welchen Kriterien werden Anlasser unterschieden?
Eine häufige Ursache für Missverständnisse besteht darin, dass Anlasser nach verschiedenen Merkmalen eingeteilt werden können. Oft werden diese Einteilungen miteinander vermischt. Tatsächlich lassen sich Anlasser beispielsweise nach ihrer Bauweise, der Art der Erregung oder ihrem Einsatzgebiet unterscheiden.
Die wichtigsten Einteilungen sind:
- Bauweise des Antriebs
- Art der Magnetfelderzeugung
- Bordnetzspannung
- Einsatzgebiet
- Leistung und Baugröße
Im Folgenden betrachten wir zunächst die eigentlichen Bauarten.
Direktanlasser
Der Direktanlasser gehört zu den klassischen Bauformen. Bei ihm treibt der Elektromotor das Ritzel unmittelbar an. Zwischen Motor und Ritzel befindet sich kein zusätzliches Untersetzungsgetriebe. Diese Bauweise zeichnet sich durch einen vergleichsweise einfachen mechanischen Aufbau aus. Da der Elektromotor das erforderliche Drehmoment direkt erzeugen muss, fällt er meist größer und schwerer aus als moderne Getriebeanlasser.
Vorteile des Direktanlassers
- einfacher mechanischer Aufbau
- weniger bewegliche Bauteile
- robuste Konstruktion
Nachteile des Direktanlassers
- größere Bauform
- höheres Gewicht
- geringeres Drehmoment bezogen auf die Baugröße
Direktanlasser wurden über viele Jahrzehnte in zahlreichen Pkw, Nutzfahrzeugen sowie Landmaschinen eingesetzt. Heute sind sie bei Neufahrzeugen deutlich seltener anzutreffen, kommen aber weiterhin in älteren Fahrzeugen und bestimmten Anwendungen vor.
Getriebeanlasser (Vorgelegeanlasser)
Der heute am häufigsten verwendete Anlassertyp ist der Getriebeanlasser. Häufig wird er auch als Vorgelegeanlasser bezeichnet. Zwischen Elektromotor und Ritzel befindet sich dabei ein Untersetzungsgetriebe, das die hohe Drehzahl des Elektromotors in ein deutlich höheres Drehmoment umsetzt.
Dadurch kann ein vergleichsweise kleiner Elektromotor eine hohe Startleistung erzeugen. Gleichzeitig lassen sich Gewicht und Baugröße reduzieren.
In modernen Fahrzeugen kommen häufig Planetengetriebe zum Einsatz, da sie besonders kompakt gebaut werden können und eine hohe Kraftübertragung ermöglichen.
Vorteile des Getriebeanlassers
- hohes Drehmoment trotz kompakter Bauweise
- geringeres Gewicht
- kleinere Abmessungen
- hoher Wirkungsgrad
- heute Stand der Technik bei vielen Fahrzeugen
Nachteile des Getriebeanlassers
- aufwendigerer mechanischer Aufbau
- zusätzliche Bauteile im Getriebe
Aufgrund ihrer kompakten Bauweise und ihrer hohen Leistungsfähigkeit haben Getriebeanlasser die klassischen Direktanlasser in vielen Bereichen weitgehend ersetzt.
Warum erzeugt ein Getriebeanlasser mehr Drehmoment?
Der Elektromotor eines Getriebeanlassers dreht mit einer deutlich höheren Drehzahl als das Ritzel. Über ein Untersetzungsgetriebe wird diese Drehzahl reduziert. Dadurch steigt das am Ritzel verfügbare Drehmoment.
Dieses Prinzip ähnelt der Gangschaltung eines Fahrrads. In einem kleinen Gang lässt sich leichter anfahren, weil mehr Kraft am Hinterrad anliegt. Beim Getriebeanlasser übernimmt das Untersetzungsgetriebe eine vergleichbare Aufgabe.
Dadurch kann ein kompakter Elektromotor die für den Start eines Verbrennungsmotors erforderliche Kraft bereitstellen, ohne dass der gesamte Anlasser größer gebaut werden muss.
Direktanlasser oder Getriebeanlasser – welcher ist besser?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Beide Bauarten erfüllen dieselbe Aufgabe zuverlässig. Moderne Fahrzeughersteller setzen jedoch überwiegend auf Getriebeanlasser, weil sie bei geringerer Baugröße ein höheres Drehmoment bereitstellen können.
Für den Austausch eines defekten Anlassers gilt jedoch ein wichtiger Grundsatz: Maßgeblich ist immer die vom Fahrzeughersteller vorgesehene Ausführung. Ein äußerlich ähnlicher Anlasser mit anderer Bauweise ist nicht automatisch kompatibel.
Direktanlasser und Getriebeanlasser im Vergleich
| Merkmal | Direktanlasser | Getriebeanlasser |
|---|---|---|
| Baugröße | größer | kompakter |
| Gewicht | höher | geringer |
| Drehmoment bezogen auf die Baugröße | geringer | höher |
| Mechanischer Aufbau | einfacher | aufwendiger |
| Heute verbreitet | vor allem ältere Anwendungen | sehr häufig |
Permanentmagnet oder Feldwicklung – wie wird das Magnetfeld erzeugt?
Neben der Bauweise unterscheiden sich Anlasser auch darin, wie das für den Elektromotor notwendige Magnetfeld erzeugt wird. Dabei haben sich zwei unterschiedliche technische Lösungen etabliert: die klassische Feldwicklung und Permanentmagnete.
Beide Varianten erfüllen denselben Zweck, unterscheiden sich jedoch in Konstruktion, Gewicht und Fertigungsaufwand.
Anlasser mit Feldwicklung
Bei dieser Bauart wird das Magnetfeld durch fest eingebaute Feldwicklungen erzeugt. Fließt Strom durch diese Wicklungen, entsteht das notwendige Magnetfeld, das den Anker des Anlassers antreibt.
Diese Technik wurde über viele Jahrzehnte in einer Vielzahl von Pkw, Nutzfahrzeugen sowie Land- und Baumaschinen eingesetzt. Auch heute kommen feldgewickelte Anlasser noch in zahlreichen Anwendungen zum Einsatz, insbesondere dort, wo hohe Robustheit gefragt ist.
Vorteile
- bewährte und robuste Technik
- für hohe Belastungen geeignet
- in vielen schweren Anwendungen verbreitet
Nachteile
- höheres Gewicht
- größerer Platzbedarf
- mehr Kupferwicklungen erforderlich
Anlasser mit Permanentmagneten
Bei Permanentmagnet-Anlassern übernehmen Dauermagnete die Erzeugung des Magnetfeldes. Dadurch entfallen die Feldwicklungen vollständig. Das spart Bauraum und reduziert das Gewicht.
Permanentmagnete werden heute insbesondere bei vielen modernen Pkw-Anlassern verwendet. Ob ein bestimmtes Fahrzeug einen Permanentmagnet-Anlasser oder einen feldgewickelten Starter besitzt, hängt jedoch von der Konstruktion des jeweiligen Herstellers ab.
Vorteile
- kompakte Bauweise
- geringeres Gewicht
- weniger elektrische Verluste durch entfallende Feldwicklung
Nachteile
- konstruktionsabhängig empfindlicher gegenüber mechanischen Beschädigungen der Magnete
- nicht grundsätzlich für jede Anwendung die bevorzugte Lösung
Die Bauart mit Permanentmagneten hat sich insbesondere bei vielen modernen Pkw etabliert. Im Bereich schwerer Nutzfahrzeuge, Landmaschinen oder Baumaschinen kommen dagegen weiterhin häufig feldgewickelte Anlasser zum Einsatz. Welche Ausführung tatsächlich verbaut ist, hängt jedoch immer vom jeweiligen Hersteller und Motortyp ab.
12 Volt oder 24 Volt – warum gibt es unterschiedliche Bordnetzspannungen?
Anlasser werden außerdem nach der vorgesehenen Bordnetzspannung unterschieden. Im Straßenverkehr dominieren heute zwei Spannungen: 12 Volt und 24 Volt.
12-Volt-Anlasser kommen überwiegend in Pkw, Transportern sowie zahlreichen kleineren Landmaschinen zum Einsatz. Größere Nutzfahrzeuge, Busse, viele Baumaschinen sowie zahlreiche landwirtschaftliche Großmaschinen besitzen dagegen häufig ein 24-Volt-Bordnetz.
Durch die höhere Spannung kann bei gleicher Leistung ein geringerer Strom fließen. Das ermöglicht kleinere Leitungsquerschnitte und reduziert die elektrische Belastung des Bordnetzes.
Ein 12-Volt-Anlasser darf niemals an einem 24-Volt-Bordnetz betrieben werden. Umgekehrt liefert ein 24-Volt-Anlasser an einem 12-Volt-System nicht die erforderliche Leistung.
Anlasser für unterschiedliche Einsatzbereiche
Die grundlegende Funktionsweise ist bei nahezu allen Anlassern identisch. Dennoch unterscheiden sich Starter je nach Einsatzgebiet erheblich hinsichtlich Leistung, Baugröße und Beanspruchung.
Pkw
Pkw-Anlasser sind meist möglichst kompakt gebaut und auf einen geringen Platzbedarf ausgelegt. Moderne Fahrzeuge verwenden überwiegend leistungsstarke Getriebeanlasser.
Nutzfahrzeuge
Lastkraftwagen, Omnibusse und schwere Transportfahrzeuge benötigen aufgrund ihrer großvolumigen Dieselmotoren deutlich höhere Startleistungen. Entsprechend sind die verwendeten Anlasser robuster ausgelegt.
Landmaschinen
Traktoren, Mähdrescher oder Feldhäcksler müssen häufig unter schwierigen Bedingungen starten. Niedrige Temperaturen, Staub, Feuchtigkeit und lange Standzeiten stellen hohe Anforderungen an den Anlasser.
Baumaschinen
Bagger, Radlader, Walzen oder Planierraupen arbeiten oft unter hoher Staubbelastung und starken Vibrationen. Entsprechend sind ihre Anlasser auf eine hohe Lebensdauer unter anspruchsvollen Einsatzbedingungen ausgelegt.
Stationärmotoren und Generatoren
Auch stationäre Dieselmotoren, Notstromaggregate oder Industrieanlagen verwenden Anlasser. Je nach Einsatz unterscheiden sich diese teilweise deutlich von Fahrzeuganlassern, obwohl das grundlegende Funktionsprinzip identisch bleibt.
Viele moderne Anlasser sind äußerlich deutlich kleiner als ältere Modelle. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie weniger leistungsfähig sind. Durch leistungsfähigere Elektromotoren und den Einsatz von Untersetzungsgetrieben erreichen sie häufig sogar ein höheres Drehmoment als größere Vorgängermodelle.
Startergeneratoren – eine moderne Weiterentwicklung
Mit der zunehmenden Elektrifizierung des Antriebsstrangs kommen in vielen modernen Fahrzeugen Startergeneratoren zum Einsatz. Sie vereinen die Funktionen von Anlasser und Lichtmaschine in einer gemeinsamen Einheit.
Beim Starten arbeitet das Aggregat als Elektromotor und bringt den Verbrennungsmotor auf Startdrehzahl. Während des Fahrbetriebs erzeugt dieselbe Einheit elektrische Energie und übernimmt damit die Aufgaben einer Lichtmaschine.
Startergeneratoren ermöglichen besonders schnelle und komfortable Motorstarts und bilden die Grundlage vieler moderner Start-Stopp-Systeme sowie zahlreicher Mildhybrid-Fahrzeuge.
Sie ersetzen jedoch nicht grundsätzlich den klassischen Anlasser. Je nach Fahrzeugkonzept kommen unterschiedliche Systeme zum Einsatz.
Warum moderne Anlasser immer kleiner werden
Vergleicht man Anlasser aus den 1970er- oder 1980er-Jahren mit aktuellen Modellen, fällt ein deutlicher Unterschied auf: Moderne Starter sind häufig erheblich kompakter.
Dies wird unter anderem durch leistungsfähigere Elektromotoren, verbesserte Werkstoffe und den Einsatz von Untersetzungsgetrieben ermöglicht. Dadurch lassen sich trotz geringerer Baugröße hohe Drehmomente erzielen.
Für Fahrzeughersteller bietet dies mehrere Vorteile. Kleinere Anlasser sparen Gewicht, benötigen weniger Bauraum und erleichtern die Integration in immer kompaktere Motorräume.
Wie finde ich den richtigen Anlasser?
Der Austausch eines Anlassers sollte niemals ausschließlich anhand des äußeren Erscheinungsbildes erfolgen. Viele Starter sehen nahezu identisch aus, unterscheiden sich jedoch in wichtigen technischen Details. Bereits kleine Abweichungen können dazu führen, dass der Anlasser nicht montiert werden kann oder den Motor nicht korrekt startet.
Vor dem Kauf sollten deshalb immer mehrere Merkmale miteinander verglichen werden.
1. Referenznummer vergleichen
Die sicherste Grundlage ist die Referenz- oder Originalnummer des bisherigen Anlassers. Sie ermöglicht in vielen Fällen eine eindeutige Zuordnung des passenden Ersatzteils.
2. Fahrzeug- oder Motordaten prüfen
Falls die Referenznummer nicht mehr lesbar ist, helfen Fahrzeugdaten, Motortyp oder die Herstellernummer häufig bei der Auswahl. Innerhalb einer Modellreihe können je nach Baujahr oder Motorisierung unterschiedliche Anlasser verbaut worden sein.
3. Technische Daten vergleichen
Zusätzlich sollten unter anderem folgende Merkmale geprüft werden:
- Bordnetzspannung
- Leistung in Kilowatt
- Anzahl der Befestigungsbohrungen
- Position der Anschlüsse
- Zähnezahl und Bauform des Ritzels
- Drehrichtung, sofern relevant
4. Im Zweifel beraten lassen
Lassen sich die technischen Daten nicht eindeutig bestimmen, empfiehlt sich eine fachkundige Beratung. Ein Vergleich der Referenznummern und technischen Merkmale verhindert Fehlbestellungen und unnötige Ausfallzeiten.
Die 10 häufigsten Irrtümer über Anlasser
Irrtum 1: Jeder Anlasser mit der gleichen Größe passt.
Äußerlich ähnliche Anlasser können sich in Befestigung, Ritzel, Leistung oder elektrischen Anschlüssen unterscheiden. Maßgeblich sind immer die technischen Daten und Referenznummern.
Irrtum 2: Mehr Leistung ist immer besser.
Ein leistungsstärkerer Anlasser ist nicht automatisch die richtige Wahl. Entscheidend ist die vom Fahrzeughersteller vorgesehene Ausführung.
Irrtum 3: Die Zähnezahl allein genügt.
Die Anzahl der Ritzelzähne ist nur eines von mehreren Auswahlkriterien. Auch Bauform, Einbaumaße und elektrische Eigenschaften müssen übereinstimmen.
Irrtum 4: Alle 12-Volt-Anlasser sind austauschbar.
Die Bordnetzspannung ist lediglich eine Grundvoraussetzung. Darüber hinaus müssen zahlreiche weitere technische Merkmale passen.
Irrtum 5: Ein Getriebeanlasser ist grundsätzlich besser.
Getriebeanlasser bieten viele Vorteile, sind jedoch nicht automatisch der passende Ersatz für jeden Direktanlasser. Ausschlaggebend ist stets die vom Hersteller vorgesehene Ausführung.
Irrtum 6: Ein langsamer Start bedeutet immer einen defekten Anlasser.
Auch eine entladene Batterie, schlechte Masseverbindungen oder korrodierte Kabel können zu Startproblemen führen.
Irrtum 7: Der Magnetschalter gehört nicht zum Anlasser.
Bei den meisten Anlassern bildet der Magnetschalter eine funktionale Einheit mit dem Starter und übernimmt sowohl das Einspuren des Ritzels als auch das Schalten des hohen Anlasserstroms.
Irrtum 8: Ein Anlasser verschleißt bei jedem Start gleich stark.
Kurze Startvorgänge belasten den Anlasser deutlich weniger als lange Anlassversuche oder häufige Fehlstarts.
Irrtum 9: Ein neuer Anlasser behebt jedes Startproblem.
Neben dem Anlasser können auch Batterie, Leitungen, Masseverbindungen, Zündanlage oder Kraftstoffversorgung die Ursache sein.
Irrtum 10: Moderne Fahrzeuge besitzen keinen klassischen Anlasser mehr.
Viele aktuelle Fahrzeuge verwenden weiterhin klassische Anlasser. Nur bestimmte Fahrzeugkonzepte setzen stattdessen oder ergänzend auf Startergeneratoren.
Fazit
Anlasser unterscheiden sich in ihrer Bauweise, ihrer Magnetfelderzeugung, ihrer Leistung und ihrem Einsatzbereich. Während heute in vielen Fahrzeugen kompakte Getriebeanlasser zum Einsatz kommen, werden je nach Anwendung weiterhin auch andere Bauformen verwendet. Welche Ausführung in einem Fahrzeug verbaut ist, richtet sich immer nach den technischen Vorgaben des Herstellers.
Für den Austausch eines Anlassers sollten deshalb niemals nur das äußere Erscheinungsbild oder einzelne technische Daten herangezogen werden. Der Vergleich der Referenznummern sowie aller relevanten technischen Merkmale bietet die größte Sicherheit bei der Auswahl des passenden Ersatzteils.
Sie sind unsicher, welcher Anlasser für Ihr Fahrzeug oder Ihre Maschine geeignet ist? Vergleichen Sie zunächst die Referenznummer Ihres bisherigen Anlassers mit den Angaben im Shop. Gerne unterstützt Sie unser Kundenservice auch bei der Auswahl des passenden Ersatzteils.
Häufig gestellte Fragen zu Anlasserarten
Welche Arten von Anlassern gibt es?
Anlasser lassen sich nach verschiedenen technischen Merkmalen unterscheiden. Zu den wichtigsten Bauarten gehören Direktanlasser und Getriebeanlasser. Zusätzlich wird unter anderem zwischen Anlassern mit Feldwicklung und Anlassern mit Permanentmagneten unterschieden.
Was ist ein Getriebeanlasser?
Ein Getriebeanlasser besitzt ein Untersetzungsgetriebe zwischen dem Elektromotor und dem Ritzel. Dadurch kann ein kompakter Elektromotor ein vergleichsweise hohes Drehmoment erzeugen.
Was ist der Unterschied zwischen einem Direktanlasser und einem Getriebeanlasser?
Bei einem Direktanlasser treibt der Elektromotor das Ritzel ohne zusätzliches Untersetzungsgetriebe an. Beim Getriebeanlasser wird die Motordrehzahl über ein Getriebe reduziert. Dadurch erhöht sich das am Ritzel verfügbare Drehmoment.
Sind alle 12-Volt-Anlasser untereinander austauschbar?
Nein. Die gleiche Bordnetzspannung allein reicht nicht aus. Auch Leistung, Befestigung, Einbaumaße, Ritzel, Drehrichtung, Anschlüsse und Referenznummern müssen zur jeweiligen Anwendung passen.
Wo finde ich die Referenznummer meines Anlassers?
Die Referenznummer befindet sich meistens auf einem Typenschild, einem Aufkleber oder direkt auf dem Gehäuse des Anlassers. Je nach Hersteller können mehrere Nummern angegeben sein.
Ist ein Getriebeanlasser immer besser als ein Direktanlasser?
Nein. Getriebeanlasser bieten Vorteile bei Baugröße, Gewicht und Drehmoment. Entscheidend ist jedoch immer, welche Ausführung für den jeweiligen Motor vorgesehen und technisch freigegeben ist.
Kann ein stärkerer Anlasser problemlos eingebaut werden?
Nicht grundsätzlich. Eine höhere Leistung bedeutet nicht automatisch, dass der Anlasser mechanisch und elektrisch zur Anwendung passt. Maßgeblich sind die technischen Daten und die vorgesehene Zuordnung.
Der Anlasser gehört zu den elektrischen Verbrauchern mit dem höchsten Leistungsbedarf im gesamten Fahrzeug. Während eines Startvorgangs fließen – abhängig von Fahrzeug und Motorisierung – für kurze Zeit Ströme von mehreren hundert Ampere. Damit der Motor zuverlässig startet, müssen Anlasser, Batterie, Leitungen und Masseverbindungen optimal zusammenarbeiten. Bereits korrodierte Anschlüsse oder eine geschwächte Batterie können zu Startproblemen führen, obwohl der Anlasser selbst einwandfrei funktioniert.




